Der Notfallplan für junge Modelabels

Was tun wenn’s nicht mehr läuft: Der Notfallplan für junge Modelabels

Wenn es mal so richtig schlecht mit Deinem Modelabel läuft, ist es ziemlich schwer an der Stange zu bleiben. Eine Krise kann sich sowohl in der Anfangsphase bemerkbar machen, als auch später, wenn Du bereits ein paar Kollektionen auf den Markt gebracht hast. Der Hauptgrund des Tiefpunktes ist meisten, wenn die Verkäufe schlecht laufen und infolgedessen das Geld ausbleibt.

Und jetzt?

Wem bitte fällt es in so einer schlimmen Situation noch leicht, an den Erfolg seines Labels zu glauben?

Dir!

Denn eins können wir Dir garantiert sagen. Mehr oder weniger alle(!) Gründer erleben diese Situation.  Und wenn in der Branche von außen alles so fancy aussieht, dann heißt das einfach nur: Die Marketingleute haben ihren Job super gemacht! Nicht mehr, und nicht weniger.

Branchenübergreifend gibt es Krisen in jedem jungen Unternehmen. Es kommt einfach nur darauf an, wie Du mit Ihnen umgehst. Hier findest Du unseren Notfallplan, der Dir beschreibt, wie Du die Krise meistern kannst.

 

So verhinderst Du, dass Dein Modelabel scheitert

 

Schritt 1: Die ehrliche Bestandsaufnahme

Im ersten Schritt solltest Du Dir selber einen Überblick deiner aktuellen Situation verschaffen. Wo stehst Du aktuell? Was bereitet Dir am meisten Kopfschmerzen? Häufig spielen zu geringe Verkäufe bei vielen Labels eine Rolle. Mangelnde Liquidität (also zu wenig Geld) ist immer nur eine Folge von zu wenig Einnahmen oder zu hohen Ausgaben.

Nimm Dir jetzt ein Blatt und schreib mal alles auf, was Du als Problem siehst Am besten wie eine Art Mindmap. Welche Schwierigkeiten erkennst Du und welche Auswirkungen haben Sie? Vielleicht ist Dein Onlineshop dauernd leer, weil die Produktion Dir keine neue Ware schickt. Oder vielleicht hast Du viel Geld in einen Messestand investiert, nichts verkauft und jetzt wird das Geld knapp. Vielleicht hast Du mit sehr wenig Startkapital begonnen und Dich verkalkuliert? Schreib alles auf!

Schritt 2: Die wichtige Entscheidung

Wenn Du jetzt alles auf Papier gebracht hast, was Dir Sorge bereitet und Dir schlaflose Nächte bereitet, ist es Zeit, eine Entscheidung zu treffen: Lassen sich diese Probleme lösen, ja oder nein? Bist Du motiviert genug, um für Dein Unternehmen einen verdammt steinigen Weg zu gehen?

Wenn das Pferd nicht mehr aus dem Brunnen zu holen ist und Du realistisch gesehen keine Lösung mehr für Deine Probleme finden kannst, solltest Du eine mutige Entscheidung treffen: Wund konzentrier Dich auf andere Projekte. Das gehört leider manchmal dazu.
Wenn Du wieterhin eine Chance für Dein Unternehmen siehst, und Du bereit bist, jetzt zu kämpfen, dann krempel Deine Ärmel hoch!


Schritt 3: Der realistische Plan

Hast Du am Anfang Deiner Selbstständigkeit einen Plan gemacht? Wenn ja, dann ist jetzt genau der richtige  Zeitpunkt, ihn nochmal hervorzuholen. Was ist Dein Ziel, dass Du mit Deinem Label erreichen möchtest? Gedanklich schiebst Du dafür alle Probleme für den Augenblick zur Seite.  Das ist nicht einfach, wohl aber eine Herausforderungen, der man sich als Unternehmer stellen muss. Wenn Du Dir also Dein Ziel vor Augen geführt hast, das zum Beispiel heissen könnte „ein Label für hochwertige Ledertaschen mit hohem Wiedererkennungswert, Vertrieb an den europäischen Handel“, kannst Du mit der Planung weitermachen.

Was hält Dich aktuell von der Zielsetzung ab??

Sind es zum Beispiel die zu geringen Abverkäufe?, Frag Dich, woran das liegen könnte. Hast Du einen Vertriebsplan? Wenn nicht, dann lies diesen passenden Artikel „Verkauf Deiner Mode“ dazu. Wenn ja, wo ist die Stelle, an der es haken könnte?

Warst Du auf einer Messe und niemand hat gekauft? Hast Du vorher Messetermine vereinbart? Wenn die Händler sich für Dein Produkt nicht interessieren, finde heraus woran es liegt.

Was ist eigentlich mit deinen professionellen Vertriebsunterlagen?

Besitzt Du ein Lookbook mit Artikelnummern, Farben, Größen usw.? Sowohl digital, als auch in Druckausgabe? Das ist nötig, um die Händler für Deine Ware zu begeistern und Produkte verkaufen zu können. Wenn Du den
Hast Du Dir Gedanken gemacht, welche zusätzlichen Kaufanreize Du anbieten könntest?? Was wäre mit Skonto für einen bestimmten Verkaufszeitraum, oder zusätzliche Giveaways? Das könnten hochwertige Schlüsselanhänger für Deine Ledertaschen sein,, welche die X ersten Händler gratis mitgeliefert bekommen. Beachte auch die Modesaison, sonst verpasst Du die Zeiten, in denen die Händler ihr Budget verteilen.
Ein weiteres Problem könnte auch Deine Handelsagentur sein, die ihren Job nicht richtig macht oder wo Du hinter den anderen Kollektionen gar nicht gesehen wirst? Versuch Dich immer in die jeweilige Person hinein zu versetzen. Was braucht der Händler, um sich für Deine Ware zu entscheiden? Was braucht die Agentur, um Deine Kollektion weiter nach vorne zu hängen?
Und zuletzt, versuch persönliche Gespräche zu arrangieren. Wenn Du jemanden aus einer Boutique kennen solltest, frag ihn was er von Deiner Kollektion hält. Versuch so viel Feedback von relevanten Personen wie möglich zu bekommen, damit Du weißt, was Du verbessern musst.

Wenn Du über Deinen Onlineshop nichts verkaufen kannst, weil Deine Produkte nie verfügbar sind und ihn niemand kennt, frag Dich, woran das liegen kann. Ist die Produktion nicht zuverlässig genug, dann wechsle sie und sorg von Anfang an dafür, dass die Kommunikation einwandfrei läuft, damit  erste Deadlines pünktlich eingehalten werden. Je mehr Du darauf achtest, desto eher wird später auch die Auslieferung klappen. Sei dabei konsequent und halte auch Deine Fristen so penibel wie möglich ein, damit alle Vorraussetzungen gut auf pünktliche Auslieferung stehen. Du weißt nicht, wie Du einen neuen Produzenten finden sollst? Dann schau mal hier, die 4-Schritte-Anleitung zum richtigen Produzenten.


Deinen Onlineshop kennt keiner? Stell eine Marketingstrategie auf. Es bringt nichts, auf einer von Freunden gelikten Fanpage, alle paar Tage mal irgend etwas zu posten. Um online gut verkaufen zu können, musst Du Dir eine starke Präsenz aufbauen, die Du unserer Meinung nach mit einer Community erreichst. Der Plan muss also so aussehen: Finde raus, wo sich online Deine Zielgruppe rumtreibt. Überleg Dir Maßnahmen, um auf Dein Label aufmerksam zu machen.

Wenn Du ein anderes Problem hast oder Unterstützung brauchst, schreib uns eine Email.

 

Schritt 4: Die konsequente Umsetzung

Der beste Plan ist nur so gut wie seine Umsetzung. Nachdem Du jetzt also die Probleme identifiziert hast, und Dir einen Schritt-für-Schritt-Plan überlegt hast, setz diesen Plan konsequent um.

Halte dabei alles im Auge und überprüf dabei regelmäßig, ob die Maßnahmen positiv auf Deine Strategie auswirken. Falls nicht, solltest Du Deinen Plan auf die neuen Gegebenheiten anpassen.

Und denk immer daran: Wir alle kennen solche Situationen. Es kommt nur darauf an, wie Du mit ihnen umgehst. Solche Labels, die erfolgreich geworden sind, haben sich bewusst gemacht, in welcher Lage sie gerade stecken und dann den Turbo angezündet. Das schaffst Du auch!

Helfen Dir die Tipps weiter? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

Photo by Hannah Busing &  Andy Grizzell on Unsplash

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