Interview mit Alisa Kannapin – Concept-Store-Besitzerin

Hej Alisa, klasse, dass Du mit unserem Leser und uns Deine Meinung als Boutique Besitzerin und Einkäuferin teilst. Wann hast Du Dich dazu entschieden, Deinen Laden in Halver zu eröffnen? Wie kam es dazu?

Ich habe das Bekleidungsgeschäft im vergangenen Jahr von meiner Mutter übernommen. Schnell war klar, dass ich mich an einem neuen Standort in Halver und mit einem neuen Namen mit dem Geschäft verwirklichen möchte. Gemeinsam mit meinem Freund Matthias habe ich schließlich das neue Ladenlokal ausgesucht und über mehrere Monate umgebaut. Anfang April 2017 habe ich .LENE als Conceptstore mit integriertem Café und Friseursalon eröffnet. Die Abkürzung Lene stammt von Magdalene – meiner Urgroßmutter, die als Schneidermeisterin in den 30er-Jahren den Grundstein für die Bekleidungsgeschäfte meiner Familie legte. Denn meine Oma führt in Halver ebenfalls ein Geschäft für DOB.

Ich finde es bewundernswert, dass Du Dich nicht in einer Großstadt selbstständig gemacht hast. Welche Chancen erhoffst Du Dir von Deinem Standort?

Unser Bekleidungsgeschäft bestand bereits mehr als zehn Jahre und hat einen festen Kundenstamm, der weit über die Grenzen Halvers hinaus reicht. Die Nachfrage nach toller Kleidung und einem besonderen Ambiente beim Shoppen ist auch in Halver und Umgebung vorhanden – auch oder vielleicht vor allem in Zeiten des Onlinehandels. Viele Halveraner und Auswärtige loben das Interieur von .LENE und freuen sich, dass es so ein modernes Konzept jetzt auch in ihrer Gegend gibt. Zudem bin ich in Halver aufgewachsen und möchte hier auch weiter leben, von daher kam es nicht in Frage, mit dem Geschäft in eine andere, vielleicht größere Stadt umzuziehen.

Deine Boutique teilst Du meines Wissens nach mit einem Frisör und einem Café, korrekt? Bewirtschaftest Du die Flächen selber, oder mit Hilfe von Geschäftspartnern? Was erhoffst Du Dir von dieser Partnerschaft im Hinblick auf Dein Geschäft?

Genau, das Bekleidungsgeschäft hat ein integriertes Café und im hinteren Bereich des Ladenlokals befindet sich ein Friseursalon. Der Salon .LENE Style wird von meiner Freundin und Friseurmeisterin Nicoletta Privitera geführt – eine tolle Ergänzung, weil Styling und Bekleidung zusammengehören. Viele Kunden nutzen nach dem Haarstyling die Möglichkeit, in Ruhe im Geschäft zu stöbern oder einen Kaffee zu trinken. Das Café und das Bekleidungsgeschäft führe ich allein, werde aber von einer Mitarbeiterin unterstützt.

An wen richtet sich Dein Geschäft? Wer ist Deine Zielkundin?

Meine Zielkundin ist selbstverständlich modeinteressiert, liebt besondere Muster oder Schnitte und ist zwischen 20 und 70 Jahre alt. Eine genauere Altersklasse kann ich gar nicht angeben, weil sowohl junge Frauen als auch gestandene Kundinnen meine Ware tragen. Darüber hinaus führe ich noch Herrenmode – hier ist das Gros der Kunden meist über 40 Jahre alt.

Welche Marketingmaßnahmen führst Du zur Neukundenakquise und Kundenbindung durch?

Im Vorfeld der Eröffnung habe ich in zwei regionalen Magazinen Anzeigen geschaltet, was mir viel Aufmerksamkeit gebracht hat. Daran halte ich auch fest. Darüber hinaus wurden Artikel in der Tageszeitung über mich und das Konzept geschrieben. Zudem nutze ich Facebook und Instagram, um meine Kunden tagesaktuell über neue Stücke oder Aktionen zu informieren. Zu besonderen Anlässen oder Angeboten schreibe ich meine Kunden auch mit einem postalischen Mailing an.

Welche Marken führst Du in Deinem Laden? Verkaufst Du auch junge bzw. unbekannte Brands?

Ich führe derzeit OUI, Margittes, MAC Jeans, Mixture, Geisha und Passport sowie Olymp, Alberto und Baldessarini im Herrenbereich. Neu im Angebot ist auch OS Trachten – eine heimische Firma, die Trachtenmode neu interpretiert. Zusätzlich kaufe ich junge Mode im erschwinglicheren Bereich zu.

Wie stehst Du allgemein zu jungen Brands? Würdest Du bei Ihnen einkaufen? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Wenn nein, warum nicht und was müsste sich Deiner Meinung nach ändern?

Jungen Brands stehe ich positiv gegenüber und wenn sie vom Style und vom Preisniveau zu meinen anderen Firmen passen, würde ich sie auch einkaufen.

Worauf achtest Du beim Einkauf neuer Ware? Was ist Dir in der Zusammenarbeit mit einem Lieferanten wichtig?

Beim Einkauf lasse ich mich zunächst von meinem Gefühl leiten: Passt das Muster/der Schnitt? Ist es für mein Kundenklientel tragbar oder zu modisch? Und natürlich spielt auch der Preis eine wichtige Rolle. Eine Lederjacke für 300 Euro ist für meine Kunden in den meisten Fällen zu teuer und die kaufe ich dementsprechend auch nicht ein.

Bei der Zusammenarbeit mit meinen Firmen ist mir wichtig, dass ich Artikel einfach nachordern kann, wenn ich eine bestimmte Größe brauche. Ein B2B-Onlineshop ist hier natürlich sehr praktisch. Toll ist es auch, wenn mir die Marken entgegen kommen und  Artikel zurücknehmen, wenn sie bei mir gar nicht laufen. Das schützt vor Ladenhütern.

Und zum Schluss: Was sind Deine Zukunftspläne mit Lene?

In diesem Jahr stellen wir noch die Außenterrasse des Cafés fertig, dann werden dort auch Kuchen und Snacks angeboten. Zudem soll meine Homepage und der dazugehörige Onlineshop fertig werden. Der Shop soll den stationären Handel flankieren und Geschäfte über Instagram vereinfachen.

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