Inspirationstief bekämpfen

Inspirationstief bekämpfen: 7 Quellen für sprudelnde Ideen


Du kennst das ja bestimmt, es gibt diese Phasen, da geht einfach nix: Bei mir war das häufig so, wenn ich kreativ sein musste, also Entwürfe abzugeben hatte. Meine wahrscheinlich kreativste Phase war dagegen mein BWL-Studium. Aus Angst, als Pferde und Gesichter malende Idiotin, die mit Zahlen nichts am Hut hat, abgestempelt zu werden, habe ich alle meine Stifte, Copics, Zeichenwerkzeuge, Bastelutensilien weggeschmissen. Stattdessen habe ich mich angepasst und darauf geachtet, nur ja nicht zu viele Farben beim bunt markieren der Texte zu verwenden.

Bescheuert?

Vielleicht.

Jedenfalls wollte ich sicher stellen, ernst genommen zu werden und da ich zu Beginn des Studiums betriebswirtschaftlich nicht besonders gut ausgebildet war, musste ich wenigstens passende Rahmenbedingungen schaffen;-).

Besonders kreativ sah dafür meine Wohnung aus, ich erinnere mich an türkis und goldgelbe Wände, ein Unterwasserbild an der Decke (fürs Aquariumfeeling im Zimmer), ja meine Wohnung war sehenswert. Bemerkenswert war auch die viel gefürchtete Klausurenphase, circa dreizehn Klausuren in zwei Wochen. Und in dieser Phase, in der man den Fokus aufs lernen legte, kamen mir die besten Ideen. Je härter der Druck, desto mehr sprudelte meine Kreativität.

Mit etwas Abstand betrachtet fragte ich mich: Wie machen es solche Designer, die regelmäßig neue Ideen bringen müssen? Funktioniert eigentlich Kreativität auf Knopfdruck?

Bei meiner Suche nach Antworten habe ich herausgefunden, dass es sich dabei hält wie mit vielen anderen Dingen auch: Durch Training oder geschicktes Anpassen der Rahmenbedingungen kann man durchaus kreativ werden, wenn man es eigentlich nicht ist.

So wirst Du als Modedesigner wieder kreativ (fernab von Methoden und Brainstormings)


Zeit: Gib Deinem Geist den Eindruck, dass es zeitlich gerade nicht drängt und nimm Dir ein paar Stunden Zeit, Deine Kreativitätsbatterien wieder zu füllen. Das Investment wirst Du später im Design bemerken und die Arbeit wird Dir leichter von der Hand gehen.

1. Kultur. Zieh Dich ein paar Stunden komplett aus Deinem Alltag, auch wenn die Zeit gerade drängt. Unser erster Tipp ist ein Kulturprogramm. Geh in Museen oder Kirchen, wo Du richtig was zu sehen bekommst. Achte dabei nicht darauf, ob die Ausstellung einen Bezug zu Deinen gewünschten Entwürfen hat (z.B. viktorianisch, weil Deine nächste Kollektion so aussehen soll), sondern such Dir einfach aus, worauf Du Lust hast. Wie wäre es denn zum Beispiel mal mit einer Ausstellung zum Thema Farben? Durch die verschiedenen Nuancen bekommst Du bestimmt neue Ideen. Geh mit offenen Augen durch die neuen Eindrücke. Wenn Du es schaffst, Dich vom Druck freizumachen, kommen die Ideen wieder.

2. Storecheck. Wir haben Dir hier beschrieben, warum ein Storecheck allgemein Sinn macht, wenn Du ein Modelabel gründest. Für neue Ideen macht es Sinn, auch auf die Straße zu gehen. Im Falle eines Kreativitätstiefs empfehlen wir Dir, Boutiquen, Concept Stores oder gut gemachte Kaufhäuser aufzusuchen. Dabei geht es nicht darum, Produkte nachzumachen! Geh doch mal in einen Laden, der ein ganz anderes Segment führt. Oder schau Dir die Warenpräsentation an. Bestimmt bringt Dich das auf neue Ideen.

3. Modehistorie. Keine neuen Ideen? Dann fang doch mal an, in alten Büchern zu blättern, oder historische Filme mit besonderen Kostümen anzuschauen. Du hast davon nichts zuhause bzw. im Atelier und willst nichts extra kaufen? Dann fahr einfach in die örtliche Bibliothek. Dort solltest Du fündig werden. Vielleicht setzt Du Dich zur Recherche auch direkt in deren Räumlichkeiten. Ich weiß ja nicht, wie es Dir geht, aber mich macht die Stille immer produktiv.

Inspirationen finden

4. Bewegung. Du hängst total durch und kommst einfach gar nicht weiter? Dann verlass Deinen Arbeitsplatz und komm in Bewegung. Wenn Du Dich nicht gerne so richtig beim Sport auspowerst, versuchs doch mal mit einem ruhigen Spaziergang im Grünen. Alternativ stell einfach die Musik in Deinem Atelier auf laut und dance mal so richtig ab;-). Du wirst sehen, der Kopf wird wieder frei.

5. Ideenfundus. Du hast eine kreative Phase und in Deinem Kopf sprudelt es nur so von Ideen. Sammel alles, aber auch wirklich alles, was Dir einfällt an einem Ort und bau Dir ein Fundus für „schlechte“ Zeiten auf. Dabei ist es vollkommen egal, ob Du Dein Archiv digital, oder offline anlegst. Hauptsache Du verlierst nicht Deine guten Einfälle und kannst jeder Zeit darauf zurückgreifen.

6. Tapetenwechsel. Zweifelsfrei unser aller bester Ratschlag ist der Tapetenwechsel. Klar, wenn Du Zeit hast, fahr ein paar Tage irgendwohin. Wenn das nicht geht, sieh zu, dass Du ein Wochenende oder wenigstens ein paar Stunden raus kommst. Das kann ein Schlossgarten sein, ein nahegelegener See, oder einfach nur eine Fahrt mit einer Bummelbahn inklusive Rausgucken. Lass die Gedanken schweifen. Wir haben die Erfahrung gemacht, sobald man seinen Ort wechselt, beflügelt das sehr schnell die Kreativität.

7. Kontinuität. Zum Schluss noch eins: Damit Du möglichst selten in ein extremes Kreativitätsloch rutschst, aus dem Du Dich nur noch schwer befreien kannst, empfehlen wir Dir den regelmäßigen Ausgleich: Beweg Dich mehrmals pro Woche. Fahr zwischendurch mal an andere Orte. Schau Dir alte Bücher und Filme an. Gib Dir das volle Kulturprogramm.

Was Dir dabei hilft dabei kreativ zu sein? 

Photo by Igor Miske &  Drew Patrick Miller on Unsplash

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